Dossier 18: CoCom — Exportkontrolle im Kalten Krieg
Status: Research Draft v1 Letzte Aktualisierung: 2026-09-07
1. Überblick
CoCom (Coordinating Committee on Multilateral Export Controls) war ein multilaterales Exportkontrollregime im Kalten Krieg, das den Export strategischer Güter in den Ostblock reglementierte.
Evidenz: A
2. Geschichte
2.1 Gründung
- Gegründet: 1949
- Mitglieder: USA, Großbritannien, Frankreich, BRD, Japan, Italien, Kanada, Niederlande, Belgien, Luxemburg, Australien, Dänemark, Norwegen, Portugal, Griechenland, Türkei (später)
- Sitz: Paris
2.2 Aufgabe
- Kontrolle von Exporten strategischer Güter in den Ostblock
- Verhinderung von Technologietransfer an die UdSSR und ihre Verbündeten
- Liste strategischer Güter
2.3 Ende
- Aufgelöst: 1994 nach dem Ende des Kalten Krieges
- Nachfolger: Wassenaar Arrangement (1996)
Evidenz: A
3. Embargolisten
3.1 Kategorien
- Mikroelektronik — Hochleistungsrechner, Chips, Lithografie-Anlagen
- Computertechnik — Supercomputer, Großrechner
- Telekommunikation — Digitalvermittlung, Glasfaser
- Rüstung — Waffensysteme, Lenksysteme
- Dual-Use-Güter — Technologie mit zivilem und militärischem Nutzen
3.2 Embargoumgehung
- Drittstaaten als Transitpunkte
- Tarnfirmen
- Illegale Beschaffung durch Geheimdienste
- Lizenzierung und Nachbau im Ostblock
Evidenz: A
4. Relevanz für DDR und UdSSR
4.1 DDR
- KoKo und MfS organisierten die Embargoumgehung
- Handelsbeziehungen mit dem Westen als Kanal
- Tarnfirmen in der BRD und Drittstaaten
4.2 UdSSR
- KGB Line X organisierte die illegale Beschaffung
- Drittstaaten als Transitpunkte
- Embargoumgehung als Staatsräson
Evidenz: A
5. Quellen
- CoCom-Dokumente
- Various: Wissenschaftliche Literatur zur Exportkontrolle
Ergänzt durch Dossier 17 (Technologietransfer).